Brennnesseljauche ansetzen, der Bio-Dünger für Balkon und Garten

Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten oder von der Terrasse sind ein besonderer Leckerbissen, wenn die Düngung natürlich erfolgt. Mit Brennnesseljauche ist das möglich.

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Brennnesseljauche – eines der ältesten Hausmittel selber ansetzen

Brennnesseljauche ist nicht nur ein wertiger Stickstoffdünger, der absolut biologisch ist. Pflanzenschutz ist inklusive, weil die gelösten Nesselgifte Blattläuse vertreiben.

Die Zutaten für den Ansatz der Jauche

  • 1 ausreichend großes Gefäß (am besten aus Kunststoff, da Metallgefäße mit der Jauche chemisch reagieren)
  • blühende Brennnesseltriebe (zerkleinert)
  • ausreichend viel Regenwasser

Pro Kilogramm zerkleinerter (blühender) Brennnesseln werden 10 Liter Regenwasser hinzugefügt. Es müssen immer alle Pflanzenteile mit Wasser bedeckt sein. Das Gärgefäß sollte besser ein wenig zu groß gewählt werden, damit die Bläschen- und Schaumbildung beim Gären die Jauche nicht zum Überlaufen bringt.

Der beste Standort des Gärgefäßes ist ein warmer und sonniger Platz. Damit keine zusätzlichen, fremden Pflanzenteile oder Schmutz in die gärende Jauche gelangen können, ist ein schräg aufgelegter Deckel oder ein engmaschiges Gitter empfehlenswert. Während der Gärphase darf der Bottich keinesfalls fest verschlossen werden. Stellen Sie den Gärbottich so weit entfernt wie möglich von Ihrem persönlichen Bereich auf, weil es während der Gärung zu unangenehmen Gerüchen kommt. Aufkommender Gestank kann durch die Zugabe von Baldrianblütenextrakt oder Steinmehl gemindert werden.

Bis die Gärphase beendet ist (Bläschenbildung hört auf), muss Jauche täglich durchgerührt werden. Dabei können Farbveränderungen und Gärfortschritt engmaschig kontrolliert werden. Sobald nach ca. 1,5 – 2 Wochen die Bläschenbildung bei der Gärung aufgehört hat und die Jauche eine gleichmäßig dunkelbraune Farbe angenommen hat, ist der natürliche Dünger fertig vergoren. Das tägliche Umrühren der Jauche kann beendet werden.

Die fertige Jauche sollte gesiebt oder filtriert werden, damit die unbrauchbaren Pflanzenteile aus dem Flüssigdünger entfernt werden. Nur filtrierte Jauche kann problemlos mit der Gartenspritze verteilt werden, ohne dass diese verstopft. Die ausgesiebten Pflanzenteile können als Mulch vergraben oder auf den Komposthaufen gegeben werden. Unfiltrierte Jauche kann nur mit der Gießkanne ausgebracht werden, weil dann keine Sprüheinsätze verstopfen.

Wie die Brennnesseljauche verwendet wird

Sie können während der gesamten Gartensaison Ihre Blumen, Sträucher, Bäume und Gemüsepflanzen mit der Jauche düngen. Nur das Beet mit Zwiebeln, Bohnen, Erbsen und dem Knoblauch sollten Sie aussparen.

Zum Düngen wird die Jauche mit Wasser (am besten erneut mit Regenwasser) verdünnt (im Verhältnis 1 : 10). Düngen Sie je nach Bedarf im Abstand von ein bis zwei Wochen. Die beste Tageszeit für die Düngung ist der Abend, wenn die Sonne nicht mehr direkt auf die Pflanzen scheint. Die wertvollen Inhaltsstoffe der Jauche sind dafür verantwortlich, dass Gurken, Tomaten sowie anderes Obst und Gemüse noch würziger und intensiver schmecken.

Brennnesseljauche ist sehr gehaltvoll und intensiv. Sie hält im Gegensatz zur Brennnesselbrühe (2 kg Pflanzenteile auf 10 Liter Wasser, Reifezeit 24 Stunden) die gesamte Gartensaison durch. Sollten Sie zum Ende der Saison noch einen Rest in Ihrem Jauchefass haben, können Sie die Brennnesseljauche im nächsten Frühjahr unverdünnt auf Ihre Beete gießen, lange bevor die Bepflanzung geplant wird. Phosphor, Kali, Stickstoff und Eisen sind enthalten, die die Bodenqualität spürbar verbessern.

Brennnesseljauche zur Schädlingsbekämpfung

Für die Schädlingsbekämpfung eignet sich die kurzfristig verfügbare Brennnesselbrühe besser als die kräftige Jauche. Sobald Malvenrost, Spinnmilben oder Blattläuse erkennbar werden, können Sie sofort eine frische Brennnesselbrühe ansetzen. Nach 24 Stunden Ruhezeit kann die Schädlingsbekämpfung beginnen. Die frische Brennnesselbrühe wird dafür unverdünnt verwendet. Nach einer dreimaligen Wiederholung sollten die Schädlinge vertrieben sein, weil diese vor den gelösten Nesselgiften flüchten. Brennnesselbrühe hält sich nicht lange. Da sie schnell verbraucht werden muss, sollte nur die Menge angesetzt werden, die wirklich benötigt wird.

Noch ein Tipp

Möchten Sie bereits zu Beginn des Frühjahrs ausreichend viel Brennnesseljauche zur Verfügung haben, damit die jungen Pflanzen einen guten Start in die Gartensaison bekommen? Dann setzen über den Winter hinweg die Jauche an. Im Sommer können blühende Brennnesselpflanzen geerntet und zerschnitten in der Sonne getrocknet werden. Die getrockneten Pflanzenteile eignen sich dann im Winter hervorragend für einen späten Jaucheansatz. Auf 10 Liter Wasser wird ein Trockenpflanzengewicht zwischen 200 und 250 Gramm benötigt.

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Titelfoto©meteo021/Fotolia

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