Vier Wochen E-Bike-Fahren fördert Fitness und Gesundheit

e-bike fahren
Bild von Franz W. auf Pixabay

Die Rolle des E-Bikes bei der Förderung von Gesundheit und Fitness ist vergleichbar mit der eines herkömmlichen Fahrrads. Dies berichteten Forscher der Universität Basel im Clinical Journal of Sport Medicine schon Ende Juli 2018. Insbesondere übergewichtige und untrainierte Personen können vom Fahren mit dem E-Bike profitieren.

Ausgangspunkt für die Pilotstudie war die seit zehn Jahren in der Schweiz laufende Kampagne „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“, die Pendlerinnen und Pendler einlädt, jedes Jahr einen Monat lang auf das Fahrrad oder E-Bike umzusteigen. Es nahmen fast 65’000 Radfahrerinnen und Radfahrer teil.

Eine Forschungsgruppe am Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel untersuchte, wie sich die Bewegungsintensität auf E-Bikes im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern darstellt. Sie kommt zu dem Schluss, dass das Training mit einem E-Bike keineswegs weniger effektiv ist, sondern einen vergleichbaren gesundheitlichen Nutzen hat wie das regelmäßige Fahren mit einem „normalen“ Fahrrad. Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass bereits nach einer relativ kurzen Trainingszeit von vier Wochen Verbesserungen der kardiorespiratorischen Fitness erzielt wurden.

Sauerstoffaufnahme als Indikator für die kardiorespiratorische Fitness

Zur Durchführung der Studie rekrutierten die Forscher etwa 30 Freiwillige, die als untrainierte übergewichtige Personen (Body-Mass-Index von 28-29) galten. Zur Vorbereitung der Intervention wurden die Teilnehmer gründlich untersucht. Als entscheidendes Kriterium für die Beurteilung der kardiorespiratorischen Fitness wurde die Sauerstoffaufnahmekapazität (VO2) herangezogen. Die VO2 misst die Fähigkeit des Körpers, Sauerstoff aufzunehmen und zu verwerten.

Die Teilnehmer fuhren dann an mindestens drei Tagen pro Woche eine Strecke von mindestens 6 Kilometern. Während die eine Hälfte mit einem herkömmlichen Fahrrad fuhren, war die andere Hälfte mit einem E-Bike unterwegs. Es gab keine Vorgaben bezüglich der Geschwindigkeit und Intensität der Fahrt. Einige der Testpersonen trugen einen Herzmonitor und ein GPS-Gerät.

Nach einem Monat ließen die Teilnehmer ihren Gesundheitszustand erneut testen, und es zeigte sich, dass sich beide Gruppen – gemessen an ihrer Sauerstoffaufnahmekapazität – in ihrer Fitness vergleichsweise gut entwickelt hatten. Wenn diese Verbesserung dauerhaft erhalten bleibt, sinkt das Risiko einer kardiovaskulären Mortalität auf ein klinisch relevantes Maß. Auch arbeitete das Herz nach dem vierwöchigen Training effizienter.

„E-Biken“ motiviert zu mehr Bewegung

Laut tretwerk.net fördert E-Bike-Fahren nicht nur Fitness und Gesundheit, sondern motiviert auch allgemein  zu mehr Bewegung. Der Blog-Beitrag berichtet aus einer Norwegischen-Studie von 2015, dass

  • die Teilnehmer*innen im Durchschnitt mit dem E-Bike länger unterwegs waren als die Vergleichsgruppe mit normalen Rädern
  • die nach dem Test vorgenommene Laboranalyse der Blutwerte bei den Probanden mit Motor Rädern besser ausfiel als bei den Bikern*innen auf dem normalen Rad.

Präventives Potenzial von E-Bikes

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die Teilnehmer der der E-Bike-Gruppe im Durchschnitt mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs waren und einen höheren täglichen Höhengewinn aufwiesen. „Dies deutet darauf hin, dass das E-Bike die Motivation steigern und übergewichtigen und älteren Personen helfen kann, ihr Fitnesstraining regelmäßig aufrechtzuerhalten“, kommentiert Arno Schmidt-Trucksaess, Professor für Sportmedizin an der Universität Basel, die Studienergebnisse. „Wer das E-Bike regelmäßig benutzt, profitiert dauerhaft, nicht nur in Bezug auf seine Fitness, sondern auch in Bezug auf andere Faktoren wie Blutdruck, Fettstoffwechsel und das allgemeine psychische Wohlbefinden. Insgesamt deutet er an, dass die Studie einen wichtigen Hinweis auf das präventive Potenzial von E-Bikes liefert.

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