Selbst gemachter Tofu, lecker und schnell zubereitet

Selbst gemachter Tofu mit Avocadosalat
Selbst gemachter Tofu mit Avocadosalat

Tofu ist nicht nur bei Veganern und Vegetariern beliebt. Viele andere Genießer haben die schmackhaften Seiten des vielseitig verwendbaren Lebensmittels ebenfalls für sich entdeckt. Wussten Sie, dass man Tofu ganz einfach, günstig und schnell selber herstellen kann?

Woraus besteht Tofu?

Tofu wird aus getrockneten Sojabohnen zubereitet. Um Tofu herstellen zu können, müssen Sie sich erst eine Sojamilch zubereiten. In der folgenden Anleitung zeigen wir Ihnen, wie einfach es ist, Sojamilch selber herzustellen. Im Anschluss nutzen Sie diese für die Zubereitung von Tofu oder Sojajoghurt.

Sie benötigen

  • 100 Gramm Sojabohnen in Bioqualität
  • Wasser
  • eine Schüssel zum Einweichen der Sojabohnen
  • einen kräftigen Küchenmixer
  • einen Kochtopf
  • einen Rührlöffel
  • eine Mullwindel zum Filtern
  • ein Sieb
  • eine Käsepressform
  • ein Gewicht

Die Sojamilch, die man ganz leicht selber herstellen kann, ist so günstig, dass Sie sich am besten gleich 1 Kilo Sojabohnen kaufen. Die vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten werden Sie derartig inspirieren, dass diese Menge schneller verbraucht ist, als man vermutet. Kaufen Sie am besten Bioqualität. Diese ist kaum teurer als herkömmliche Sojabohnen.

Die Zubereitung von Sojamilch

Als Zutaten braucht man lediglich

  • 100 Gramm getrocknete Sojabohnen
  • 1 Liter Wasser
  • eventuell, wenn nur Sojamilch hergestellt wird (kein Tofu), einige Blätter Stevia

Probieren Sie die Zubereitung von Sojamilch erst einmal mit einer kleinen Menge. Weichen Sie über Nacht 100 Gramm Sojabohnen in ausreichend viel Wasser ein (die Bohnen quellen um das 3-fache auf). Am nächsten Tag werden die aufgequollenen Sojabohnen noch einmal in einem Sieb unter fließendem Wasser gewaschen und in einen kräftigen Küchenmixer gegeben. Fügen Sie 500 ml Wasser hinzu. Im Mixer wird die Mischung zu einem feinen Brei püriert. Der Sojabrei kommt jetzt in einen großen Topf. Spülen Sie den Mixer mit weiteren 500 ml Wasser aus, die ebenfalls zu dem Sojabohnenbrei in den Topf geschüttet werden. Unter Rühren wird der Topfinhalt ca. 15 bis 20 Minuten gekocht.

Die Milch aus Sojabohnen ist nur dann bekömmlich, wenn sie ausreichend lange gekocht wurde. Der ausgewählte Topf sollte recht groß sein, da die Milch beim Kochen noch mehr aufschäumt, als man es von Kuhmilch kennt. Nach dem Kochen wird die fast fertige Milch filtriert, um die Schalenbestandteile zu entfernen. Dazu werden die Schüssel, das Sieb und die Moltonwindel benötigt. Legen Sie das Sieb mit der Windel aus, und stellen es in die Schüssel. Die herausgefilterten Bestandteile sammeln sich in der Windel und können entweder auf den Kompost gegeben, oder z.B. als Hühnerfutter verwendet werden. Die milchige Flüssigkeit, die sich in der Schüssel sammelt, ist die fertige Sojamilch.
Ein Tipp

Wünschen Sie sich leicht gesüßte, vegane Milch in Ihrem Kaffee? Dann kochen Sie das Wasser, bevor Sie es zu den Sojabohnen in den Mixer geben, mit ein paar Steviablätter auf, und lassen den Steviatee einige Minuten ziehen. Schütten Sie dann das abgekühlte Steviawasser durch ein Sieb in den Mixer, und bereiten die vegane Pflanzenmilch, wie beschrieben, zu. Da Stevia keine Kalorien besitzt, verändert sich der Kaloriengehalt der Sojamilch, trotz angenehmer Süße, nicht. Die gesüßte Variante eignet sich allerdings nicht für die Zubereitung von Tofu.

Für den Sojajoghurt werden benötigt

  • 500 ml Sojamilch
  • 3 bis 4 EL handelsüblicher Natursojajoghurt (als Starterkultur)

Die Zubereitung von Sojajoghurt ist ganz ähnlich, wie die Zubereitung von herkömmlichem Kuhmilchjoghurt. Da für jeden Joghurt, den Sie selber herstellen möchten, eine Starterkultur benötigen, kaufen Sie sich einen Naturjoghurt (ohne Fruchtzubereitung) Ihrer Wahl und mischen auf 500 ml selbst zubereiteter Sojamilch 3 bis 4 EL des Joghurts. Die Milch sollte dabei eine Temperatur von etwa 35 bis 40 Grad Celsius haben. Stellen Sie die Mischung über Nacht an einen warmen Ort, am nächsten Morgen ist Ihr Joghurt fertig.

Ohne Starterkultur können Sie keinen Joghurt ansetzen. Da speziell hergestellte Joghurtkulturen weitaus teurer sind als ein handelsüblicher Sojajoghurt, können Sie diesen ebenfalls als Starterkultur nutzen. Ihr frischer, selbst zubereiteter Sojajoghurt kann dann ebenfalls als Kultur genutzt werden, allerdings nur 3 bis 4 Mal. Dann sollte wieder ein Sojajoghurt im Handel gekauft werden, damit Sie wieder frische Joghurtkulturen haben. Bei dem Naturjoghurt darf keine Fruchtzubereitung enthalten sein. Es muss sich tatsächlich um reinen Naturjoghurt handeln – ohne weitere Geschmacksstoffe und anderen Zusätzen.

Den eigenen Tofu herstellen

Die Zutaten

  • 1 Liter Sojamilch
  • 1 TL Nigari (Gerinnungsmittel) mit 50 ml Wasser vermischt
  • alternativ Zitronensaft oder Essig

Nach dem Aufkochen der Sojamilch lassen Sie diese auf etwa 80 Grad Celsius abkühlen. In der Zwischenzeit vermischen Sie Nigari mit dem Wasser. Das aufgelöste Gerinnungsmittel wird sorgsam unter die heiße Sojamilch gerührt. Schon nach kurzer Zeit ist eine Ausflockung des pflanzlichen Eiweißes erkennbar. Sollten Sie kein Nigari zur Hand haben, können Essig oder Zitronensaft (ähnlich wie bei der Käseherstellung) als Gerinnungsmittel verwendet werden.

Die Masse, die in der Windel verbleibt, ist Tofu
Die Masse, die in der Windel verbleibt, ist Tofu

Das Sieb wird erneut mit einer Mullwindel ausgelegt. Die geronnene Sojamilch kann nun in die Mullwindel gegossen (wie beim Filtrieren der Sojamilch) und ausgepresst werden. Die Masse, die in der Windel verbleibt, ist Tofu und wird jetzt in eine Käseform mit Löchern (am Boden und an den Seiten) gegeben. Verwenden Sie am besten eine Pressform mit Deckel. Nach dem Schließen des Deckels wird dieser mit einem Gewicht belastet. Nach etwa 30 Minuten kann der fertige Tofu aus der Form geholt werden, und in einer Schüssel, die mit kaltem Wasser gefüllt ist, komplett auskühlen. Ihren Tofu können Sie würzen, schmackhaft einlegen und wie gewohnt verarbeiten. Er hält sich etwa 10 Tage im Kühlschrank, kann aber auch für maximal 3 bis 4 Monate eingefroren werden.

Bilder©Titel/kakuko/CC0.0, Artikel/Agência Brasília/CC2.0,  f1

 

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