Telemedizin: die Zukunft der ärztlichen Sprechstunde

Telemedizin: die Zukunft der ärztlichen Sprechstunde

In vielen Ländern hat sich die Telemedizin bereits etabliert. Gerade im Zusammenhang mit der Corona Pandemie finden immer mehr Ärzte Gefallen an der Videosprechstunde. Und auch Patienten fühlen sich angesprochen: Sie können sich ganz bequem von zu Hause aus ärztlichem Rat holen, ohne dabei qualitative Abstriche in Kauf nehmen zu müssen.

Welche Vorteile bietet die Telemedizin?

Die Telemedizin stellt eine sinnvolle Ergänzung zu konventionellen Behandlungsmethoden dar. Patienten und auch Ärzte sind flexibler, da Fahrtwege und somit auch Wartezeiten reduziert werden. Folglich lassen sich auch Kosten sparen – für Patienten ebenso wie für Ärzte und Krankenkassen. Vor allem bei nicht schwerwiegenden Erkrankungen oder bei der Ausstellung eines dauerhaften Rezeptes kann die Telemedizin äußerst hilfreich sein.

Wer nimmt die Dienste der Telemedizin in Anspruch?

In der Regel wird die Telemedizin als ausgezeichnete Lösung für Menschen angepriesen, die im ländlichen Raum wohnen. Diese Sichtweise vertritt auch das Bundesministerium für Gesundheit: Es erachtet die Telemedizin als Bestandteil der medizinischen Versorgung vor allem im ländlichen Raum. Die erhobenen Daten des telemedizinischen Anbieters Fernarzt haben jedoch ergeben, dass beispielsweise aus Großstädten 30 % mehr Anfragen für Rezepte für die Antibabypille stammen als aus ländlichen Regionen.

Vor allem aus Hamburg und Berlin kommen viele Anfragen. Dies lässt sich auch dadurch erklären, dass diese beiden Großstädte über eine verhältnismäßig junge Bevölkerung verfügen. Bei der statistischen Analyse von Städten mit über 100.000 Einwohnern stellte sich heraus, dass die Einwohnerinnen von Spitzenreiter Regensburg das dreifache Pro-Kopf-Anfragevolumen für Rezepte der Antibabypille generieren als diejenigen aus Mülheim an der Ruhr.

Wie hat sich die Einstellung der Telemedizin gegenüber verändert?

In Deutschland boten im Jahr 2017 lediglich 1,8 % der niedergelassenen Ärzte eine Videosprechstunde an. 2020 – nur drei Jahre später – lag der Anteil bei 60 %. Die Telemedizin ist demnach deutlich auf dem Vormarsch. Grund für diesen rapiden Anstieg war hauptsächlich die Corona Pandemie. Doch auch entsprechende Lockerungen vonseiten des Gesetzgebers sowie das Vorbild anderer EU-Mietgliedstaaten haben zur Popularität der Telemedizin beigetragen. Immer mehr Ärzte und Patienten haben erkannt, dass Videosprechstunden klare Vorteile bieten.

Fazit

Derzeit ist die Telemedizin auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Am häufigsten werden Nachfragen nach einem Rezept für die Antibabypille gestellt, wobei diese vornehmlich aus dem Raum Berlin stammen. Obwohl sich hartnäckig die Meinung hält, Telemedizin werde vor allem von Patienten in ländlichen Gebieten genutzt, hat sich in der Praxis das genaue Gegenteil bewiesen: Es sind vor allem die Einwohnerinnen und Einwohner von Großstädten, die sich zur Videosprechstunde einfinden.

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