DIY Veganes Haarwachs – ohne Chemie und Mineralöle

Was bringen biologische, silikonfreie Shampoos und selbst hergestellte Haarkuren, wenn man sich handelsübliches Haarwachs kauft, das Mineralöle und chemische Substanzen enthält?

DIY Veganes Haarwachs - ohne Chemie und Mineralöle
DIY Veganes Haarwachs – ohne Chemie und Mineralöle

Gerade diese Substanzen haben Sie ja in Ihren anderen Haarpflegemitteln bewusst vermieden. Stellen Sie sich doch mit wenigen Zutaten das eigene Haarwachs selber her. Es passt genau zu den persönlichen Bedürfnissen und ist auch noch pflegend.

Veganes Haarwachs selber herstellen

Haarwachs soll nicht nur Halt geben, sondern auch pflegen. Die Zusammensetzungen können sehr unterschiedlich sein, wie auch die Haare der Nutzer. Es kann ein wenig dauern, bis Sie die perfekte Rezeptur für Ihre Haare und Haarlänge gefunden haben.

Trotzdem sparen Sie im Vergleich zu handelsüblichem Haarwachs Kosten, weil die Rezeptur immer wieder geschmolzen und verändert werden kann, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Bei der Auswahl der Öle und Fette sollte man auf Bio-Qualität achten. Besonders geeignet für die Haarwachsherstellung sind folgende Öle und Fette

  • Kokosöl
  • Rizinusöl
  • Kakaobutter
  • Sheabutter
  • Arganöl und
  • Mandelöl

Festigende Wachse sorgen für den gewünschten Halt. Je nach Festigungsgrad wird mehr oder weniger Wachs verwendet. Bei pflegendem Haarwachs ist der Wachsanteil besonders niedrig. In der Regel wird Bienenwachs oder Ceralan für die Herstellung von Haarwachs verwendet. Da diese aber nicht vegan sind, können sie 1:1 durch Beerenwachs ersetzt werden.

Der Einfachheit halber wird in den folgenden Rezepturen lediglich Wachs angegeben. Sie können selber entscheiden, ob Sie Bienenwachs (starker Halt), Ceralan (Bienenwachsderivat, mittlerer Halt, mehr Geschmeidigkeit) oder Beerenwachs verwenden möchten.

Stark festigendes Haarwachs mit Kokosöl

Die Zutaten

  • 50 % Wachs
  • 50 % natives, kalt gepresstes Kokosöl
  • evtl. ätherische Öle, zur Beduftung

Die Zubereitung

Da die Rezeptur so einfach ist, können Sie erst mit einer kleinen Menge beginnen und testen.

Schmelzen Sie beiden Zutaten nach dem Abwiegen in einem Simmertopf (Wasserbad) und verrühren diese miteinander, bis die Mischung homogen ist.
Nach dem Auskühlen nehmen Sie eine ca. erbsengroße Probe zum Testen. Sollte die Rezeptur zu stark festigen, wird die Mischung noch einmal im Wasserbad geschmolzen und ein wenig Kokosöl hinzugegeben. Die verwendeten Mengen sollten genau notiert werden, damit die endgültige Rezeptur nachgemischt werden kann.

Geben Sie die ätherischen Öle (nur wenige Tropfen) erst zum Schluss hinzu. Die Mischung sollte handwarm sein, wenn das ätherische Öl untergemischt wird. Füllen Sie das Haarwachs in ein Glas mit Schraubdeckel, damit es einfach zu entnehmen ist. Das Kokosöl verleiht dem Haar einen gesunden Glanz.

Starker Halt mit Sheabutter

Die Zutaten

  • 10 g Wachs
  • 40 g Sheabutter
  • evtl. ein Duft nach Wahl

Die Zubereitung

Beide Zutaten werden im Wasserbad erhitzt und gut miteinander vermischt. Nach Wunsch kann Duft hinzu gegeben werden (wenn die Mischung nicht mehr flüssig, aber noch formbar ist). Das Haarwachs in ein ausreichend großes Schraubglas (bestenfalls aus Glas) füllen und auskühlen lassen.

Haarwachs, mittlerer Halt, pflegend

Die Zutaten

  • 7 g Wachs
  • 3 g Rizinusöl
  • 3 g Mandelöl
  • 5 g Kokosöl
  • 8 g Kakaobutter
  • evtl. ätherische Öle, für die Beduftung

Die Zubereitung

Alle Zutaten im Wasserbad erhitzen, gut verrühren, ein wenig auskühlen lassen und mit 1 bis 2 Tropfen ätherischem Öl nach Wunsch beduften. Danach in ein kleines Schraubglas füllen und dunkel aufbewahren. Damit sich das Haarwachs länger hält, kann man ein Tropfen Vitamin E zur Konservierung hinzufügen.

Haarwachs pflegend, leichter Halt

Reduzieren Sie einfach bei der obigen Rezeptur den Wachsanteil von 7 auf 5 g.

Auf was muss man beim DIY Haarwachs achten?

Die Auswahl der Fette ist besonders wichtig. Vaseline besteht nicht aus pflanzlichen Ölen, sondern aus Mineralölen. Daher sollte man auf Vaseline als Zutat verzichten. Native und kalt gepresste Fette und Öle, die nicht desodoriert oder raffiniert sind, haben die meisten Wirkstoffe und pflegenden Eigenschaften. Der Nachteil besteht lediglich darin, dass sie einen starken Eigengeruch haben. Der Eigengeruch von nativem Kokosöl wird von den meisten Menschen als sehr angenehm empfunden.

Native und unraffinierte Sheabutter riecht eher ungewohnt. Manchmal sogar ein wenig ranzig, auch wenn sie frisch ist. Ätherische Öle können die Eigengerüche der Fette und Öle neutralisieren, sollten aber nur in geringer Dosierung verwendet werden. Da sie, wie z.B. Orangen-, Zitronen- oder Bergamotteöl, phototoxisch wirken, könnte es bei einer zu hohen Dosierung zu Farbveränderungen der Haare kommen. Ebenso besteht die Gefahr, dass die Haare bei einer zu hohen Dosierung austrocknen.

Haarwachs sollte nur sehr sparsam verwendet werden. Es soll die Haare weder „beschweren“, noch zu sehr fetten. Bei Langhaarfrisuren können Sie ein wenig Wachs in den Handflächen schmelzen und in die Spitzen einarbeiten, damit diese gepflegt und gesund aussehen.

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Foto©spaskov/Fotolia

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