CBD: eine Alternative zu herkömmlichen Schlafmitteln?

CBD: eine Alternative zu herkömmlichen Schlafmitteln?

Unser hektisches, modernes Leben hat bei vielen Menschen zu einer Reihe von Gesundheitsproblemen geführt, darunter Stress, Angstzustände und Depressionen.

Oft leidet dabei besonders unser Schlaf. Während sich Stress und andere gesundheitliche Probleme negativ auf unseren Schlaf auswirken können, kann schlechter Schlaf weitere Symptome wie Angstzustände, Depressionen und andere Störungen hervorrufen. Könnte CBD die Antwort sein?

Bevor wir diese Frage beantworten, werfen wir einen genaueren Blick auf CBD und die Wirkung auf den Körper.

Was ist CBD?

CBD (oder Cannabidiol) ist ein Stoff, der in der Hanfpflanze (Cannabis sativa) vorkommt. Er wird seit Jahrtausenden wegen seiner medizinischen Eigenschaften verwendet und ist heute der Hauptwirkstoff in Produkten auf Hanfbasis, wie CBD Tropfen oder CBD Kapseln.

Im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol), der berauschenden Substanz in Cannabis, ist CBD nicht psychoaktiv. CBD macht weder “high” noch abhängig und ist deshalb sicher in der Anwendung.

Zur Herstellung von CBD Öl wird CBD aus der Hanfpflanze extrahiert, gereinigt und dann destilliert, bevor es mit einem Trägeröl (z. B. biologischem MCT-Öl) angereichert wird. Wenn das CBD vom Trägeröl absorbiert wurde, kann es besser vom Körper aufgenommen werden.

Wie wirkt CBD auf den Körper?

CBD interagiert mit dem Körper, indem es an ein Netz von Cannabinoid-Rezeptoren bindet, die zusammen mit bestimmten Enzymen das Endocannabinoid-System (ECS) bilden.
Das Endocannabinoid-System ist Teil des zentralen Nervensystems (ZNS) und kommt bei allen Säugetieren vor. Es reguliert Teile des Körpers, um sicherzustellen, dass die „Homöostase“ – ein gleichmäßiger Zustand – aufrechterhalten wird.

Das ECS umfasst zwei Haupttypen von Cannabinoidrezeptoren: CB1-Rezeptoren, die vor allem im Gehirn und im zentralen Nervensystem (ZNS) zu finden sind sowie CB2-Rezeptoren, die primär im Immunsystem liegen. Sobald dieses umfangreiche System von Rezeptoren stimuliert wird, unterstützt es den Körper bei der Herstellung von chemischen Verbindungen, den sogenannten Endocannabinoiden. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung lebenswichtiger Funktionen wie Schlaf, Stimmung, Schmerzempfinden, Gedächtnis und Appetit.

Kann CBD beim Schlafen helfen?

Obwohl die Forschung über die Verwendung von CBD noch begrenzt ist, gibt es mehrere Studien, die darauf hindeuten, dass es die Symptome verschiedener Gesundheitsprobleme verbessern kann. Beispiele sind: chronische Schmerzen, Angstzustände, Schlaflosigkeit und Entzündungen.

Einige Studien zeigen auf, dass CBD den Schlaf unterstützen kann, jedoch sind in diesem Bereich noch viele weitere Untersuchungen erforderlich. Bevor wir uns einige dieser Studien ansehen, wollen wir einen genaueren Blick auf die Ursachen und Symptome einer der häufigsten Schlafstörungen werfen: Schlaflosigkeit.

Was ist Schlaflosigkeit?

Schlaflosigkeit (Insomnie) ist eine Schlafstörung, die es Menschen schwer machen kann, einzuschlafen oder durchzuschlafen.

Häufige Symptome sind:

  • Schwierigkeiten beim Einschlafen
  • Aufwachen während der Nacht
  • Zu frühes Aufwachen
  • Schlechte Qualität des Schlafs
  • Müdigkeit oder Schläfrigkeit am nächsten Tag
  • Angstgefühle oder Depressionen
  • Beeinträchtigung der Konzentrations- und Erinnerungsfähigkeit

Es gibt viele Faktoren, die sich negativ auf den Schlaf auswirken können, darunter:

  • Medizinische Erkrankungen wie chronische Schmerzen, Diabetes und Asthma
  • Psychische Probleme wie Angstzustände und Depressionen
  • Schlafstörungen, wie das Restless-Legs-Syndrom und Schlafapnoe
  • Medikamente
  • Alkohol, Koffein und Nikotin
  • Bildschirmnutzung vor dem Schlafengehen
  • Umweltfaktoren, wie Lärm oder ein unbequemes Bett
Was sagt die Forschung?

In einer 2019 durchgeführten Studie wurde untersucht, ob CBD den Schlaf verbessern und Angstzustände verringern kann. Die Forscher baten 72 Erwachsene, die unter Angstzuständen und schlechtem Schlaf litten, zu Beginn der Studie und bei einer einmonatigen Nachuntersuchung Angst- und Schlafanalysen durchzuführen. Während dieses Zeitraums erhielten die Teilnehmer täglich 25 mg CBD in Kapselform zur Einnahme. Diejenigen, die stärker unter Schlafstörungen litten, nahmen die Dosis am Abend ein, während die Teilnehmer, bei denen Angstzustände im Vordergrund standen, das CBD am Morgen einnahmen.

Nach dem ersten Monat verbesserten sich die Schlafwerte bei 66 % der Teilnehmer, was auf eine Verringerung der Schlafprobleme hindeutet. Die Angstwerte gingen sogar in 79 % der Fälle zurück. Diese Ergebnisse implizieren, dass CBD eine positive Wirkung sowohl auf den Schlaf als auch auf die Angstzustände haben kann.

Obwohl noch weitere Studien durchgeführt werden müssen, scheinen weitere Untersuchungen die Theorie zu unterstützen, dass CBD bei Schlafproblemen wie Schlaflosigkeit helfen kann. In einer 2018 veröffentlichten Studie wurden 490 Personen mit Schlaflosigkeit über den Zeitraum zwischen Juni 2016 und Mai 2018 beobachtet. Die Teilnehmer wurden gebeten, ihre Schlaflosigkeitssymptome auf einer Skala von 1 bis 10 zu bewerten, wobei 10 die stärkste Ausprägung ist. Die CBD-Potenz betrug dabei im Durchschnitt 5,7 Prozent und war auf 30 Prozent begrenzt (eine ähnliche Stärke wie bei vielen CBD-Ölen).

Zu Beginn der Studie wurden die Symptome mit einem Durchschnittswert von 6,6 bewertet. Nach jeder Einnahme von CBD bewerteten die Teilnehmer ihre Symptome im Durchschnitt mit 2,2, was eine Verbesserung um 4,5 Punkte bedeutet. Auch diese Ergebnisse stützen die Theorie, dass Cannabinoide – vor allem CBD – dazu beitragen können, die Symptome von schlechtem Schlaf und Schlaflosigkeit zu verbessern.

Da die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet weiter zunimmt, gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass CBD zur Verbesserung des Schlafs beitragen kann. Es sind zwar noch weitere Studien erforderlich, um den Zusammenhang zwischen Schlaf und CBD besser zu verstehen, jedoch entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, CBD als natürliche Alternative bei Schlafproblemen vorzuziehen.

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Foto©Andy Tighe