DIY aus Schafsmilch – Butter, Käse und Joghurt

Kuhmilch aus Massentierhaltung, und immer häufiger auftretende Kuhmilchallergien, lassen viele Verbraucher nach Alternativen suchen. Wer sich nicht für Pflanzenmilch entscheiden möchte, für den kann Schafsmilch eine Variante sein.

DIY aus Schafsmilch - Butter, Käse und Joghurt
DIY aus Schafsmilch – Butter, Käse und Joghurt

Butter aus Schafsmilch selber machen

Wer auf Butter oder Ghee nicht verzichten möchte, kann diese aus Schafsmilch ganz einfach selber herstellen. Der Fettgehalt der Schafsmilch liegt bei rund 6,1 g auf 100 g Milch. Daher ist der Sahneanteil recht hoch und die Herstellung von Butter einfach.

Die Zutaten

  • 2 bis 3 Liter Schafsmilch
  • etwas Meersalz nach Geschmack

Die Zubereitung

Um die Sahne der Schafsmilch einfach abschöpfen zu können, brauchen Sie nur etwas Zeit, aber keine Zentrifuge. Schütten Sie die Schafsmilch in ein großes Gefäß (am besten eine Emailleschüssel mit großem Durchmesser) und stellen diese kühl. Nach etwa einem Tag ist das Fett der Schafsmilch „aufgerahmt“ und Sie können die Sahne, die auf der Milch schwimmt, vorsichtig mit einem Löffel abschöpfen. Die entrahmte Schafsmilch schmeckt nicht nur im Kaffee hervorragen, sie kann auch zur Herstellung von Schafskäse, -kefir und -joghurt verwendet werden.

Am einfachsten können Sie die Schafssahne „verbuttern“, indem Sie sie in eine Küchenmaschine geben und erst zu Sahne, und dann zu Butter schlagen. Die Rührschüssel sollte beim „Buttern“ mit einem passenden Deckel oder Tuch abgedeckt werden, da es spritzt, wenn sich die Butter von der Buttermilch trennt.

Nachdem sich die kleinen Fettklümpchen von der Buttermilch getrennt haben, ziehen Sie sich Gummihandschuhe (damit die Wärme der Hände nicht die Butter schmilzt) und geben den Topfinhalt in ein Sieb.

Die Buttermilch fangen Sie in einer Schüssel, die unter dem Sieb steht, auf. Diese kann später getrunken oder anderweitig verwendet werden. Spülen Sie danach die im Sieb verbleibende Butter mit kaltem, fließenden Wasser ab, bis das ablaufende Wasser vollkommen klar ist.

Jetzt können Sie die Butter mit den Händen kneten, wobei es wichtig ist, die Feuchtigkeit aus der Butter herauszupressen. Anschließend werfen Sie den „Butterball“ mehrmals kraftvoll auf die Arbeitsplatte. So kann noch mehr Buttermilch aus der frischen Butter herausschleudert werden. Das ist wichtig, damit die Butter nicht so schnell ranzig wird. Sobald keine Feuchtigkeit mehr aus der Butter austritt, ist die Schafsmilchbutter fertig und kann nach Geschmack mit etwas Meersalz verfeinert werden. Stellen Sie nie zu viel Butter auf einmal her, damit sie immer zeitnah verzehrt werden kann.

Schafsmilch im Glas verbuttern

Alternativ könnten Sie die Schafsmilchsahne auch in ein ausreichend großes Schraubglas geben (es darf nur zu 2/3 gefüllt sein) und schütteln das Glas so lange (in der Regel reichen 5 Minuten aus), bis Butter entsteht. Nachdem sich Butter (Fett) und Buttermilch getrennt haben, verfahren Sie so weiter, wie oben beschrieben.

Bei Bedarf können Sie aus Ihrer Schafsmilchbutter auch Ghee herstellen (wie in unserem Ghee-Rezept beschrieben, nur, dass die Butter aus Kuhmilch durch die Butter aus Schafsmilch ersetzt wird. In dem Fall sollten Sie keine gesalzene Butter verwenden).

Aus der entrahmten Schafsmilch können Sie Käse und Joghurt herstellen, wie wir es schon mit Kuhmilch beschrieben haben. Die Vorgehensweise ist identisch.

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Schafsmilch oder Kuhmilch, welche Unterschiede gibt es?

Schafsmilch wird von den Menschen schon seit mehr als 8000 Jahren getrunken und für die Herstellung von Butter, Joghurt oder Käse verwendet. In Deutschland ist sie nur in wenigen Geschäften oder direkt beim Erzeuger erhältlich.

Schafe werden nicht in Massentierhaltung gehalten, daher wird die Milch der Schafe in der Regel als Bioprodukt vertrieben. Sie ist reich an Fett (6,2 Prozent) und Eiweiß (5,5 Prozent). Im Gegensatz zu Kuhmilch besitzt sie einen hohen Gehalt an Orotsäure, der nachgesagt wird, dass sie eine positive Wirkung auf die Leber, das Herz und die Merk- und Lernfähigkeit haben soll. Studien, die diese Wirkung beweisen sollen, sind noch nicht beendet.

Schafsmilch hat zwar mehr Fett als Kuhmilch, dieses ist aber feiner in der Milch verteilt, wodurch vermutet wird, dass die Milch einfacher verdaut werden kann. Hinzu kommen

  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • Omega-3-Fettsäuren
  • konjugierte Linolsäure
  • Kupfer
  • Kalium
  • Eisen
  • Calcium
  • Phosphor
  • Magnesium
  • Natrium
  • Biotin
  • Niacin
  • natürliches Jod
  • die Vitamine B1, B2, B6, B12, D, E und A.

Die enthaltene Orotsäure ist wichtig, damit das mit der Nahrung aufgenommene Magnesium in die Körperzellen transportiert werden kann. Orotsäure reduziert erhöhte Harnwerte und somit die Gefahr von Gichtanfällen.

Da Schafsmilch auch Laktose enthält, wird sie von Menschen mit Laktoseintoleranz nicht vertragen. Allerdings enthält sie weniger Kasein als Kuhmilch, was die Gefahr einer möglichen allergischen Reaktion reduziert. Aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe stärkt die Milch nicht nur das Immunsystem, sondern hat auch eine positive Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt.

In einigen Fällen wird Schafsmilch auch äußerlich verwendet, da sie bei Kopfhaut- und Hautproblemen besänftigend und pflegend wirkt.

Am häufigsten wird Schafsmilch für die Produktion von Käse verwendet. Zu den bekanntesten Sorten gehören Feta (siehe Link oben), Pecorino und Roquefort. Schafsmilch hat einen sehr milden und feinen Geschmack, der an Mandeln erinnert. Sie ist auf jeden Fall eine Alternative zur Kuhmilch, ist leichter verdaulich und reich an wertvollen Inhaltsstoffen ist.

Foto©shaharkehat/pixabay

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