Selber hergestelltes Walnussöl – gesund in der Küche und Kosmetik

Selber hergestelltes Walnussöl - gesund in der Küche und Kosmetik
Selber hergestelltes Walnussöl - gesund in der Küche und Kosmetik

Walnussöl ist ein sehr gesundes Speiseöl mit einem aromatischen, nussigen Geschmack. Es kann nicht nur in der Küche, sondern auch zur Pflege der Haut und Haare verwendet werden. Obwohl man es auch zur Holzpflege einsetzen kann, ist es dafür fast zu schade.

Der Walnussbaum und seine Herkunft

Juglans regia heißt der echte Walnussbaum, der pro Jahr bis zu 50 Kilogramm Früchte trägt. Das Walnussöl wird aus den Kernen (ohne Schale) hergestellt, die bis zu 65 Prozent Öl enthalten. Ursprünglich kommen die Bäume wahrscheinlich aus Mittelasien, sind aber auch in Chile, Mittelamerika, China, Frankreich, Italien, Kalifornien, Griechenland, Deutschland, Österreich und Ungarn beheimatet. Die Steinfrucht ist einsamig, kugelig und lässt sich leicht mit einem Nussknacker öffnen.

Die Verwendung von Walnussöl in der Küche

Walnussöl ist in zwei Qualitäten im Handel erhältlich. Die Nusskerne können vor der Ölgewinnung geröstet oder auch ungeröstet verwendet werden. Walnussöl aus geröteten Kernen ist dunkler in der Farbe und hat einen intensiveren Geschmack. Wird das Öl aus ungerösteten Nüssen gewonnen, ist die Ölfarbe hellgelb und der Geschmack milder und feiner. Sie sollten beide Varianten einmal probieren, damit Sie entscheiden können, welches Öl Ihnen persönlich besser schmeckt. Walnussöl, egal, ob aus frischen oder gerösteten Nüssen, sollten Sie niemals zum Kochen oder Braten verwenden. In der kalten Küche ist es für die Verfeinerung z.B. von Salaten, Desserts, Suppen, Gemüse (z.B. Spargel) oder Gebäck geeignet. Der Rauchpunkt liegt bei 130 Grad Celsius. Sie sollten nie zu große Mengen einkaufen, da das Öl sehr schnell ranzig wird.

Warum ist Walnussöl so gesund?

Walnussöl wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Es enthält einen Großteil mehrfach (ca. 73 Prozent), einfach (ca, 18 Prozent) und wenig gesättigte Fettsäuren (ca. 9 Prozent). Linolensäure, die zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehört, senkt den Cholesterinspiegel (LDL-Werte) und steigert zudem das HDL-Cholesterin, das sich positiv auf den Fettstoffwechsel auswirkt. Besonders hervorzuheben sind die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die im Öl enthalten sind. Sie wirken gegen Arteriosklerose, halten Gehirn- und Nervenzellen (Regeneration und Zellerneuerung) gesund und wirken unterstützend auf die Fließeigenschaften des Blutes (wirkt Thrombosen entgegen). Die enthaltenen Ballaststoffe der Nuss regulieren den Blutzuckerspiegel und sorgen für eine lang anhaltende Sättigung. Magnesium wirkt zudem gegen zu hohen Blutdruck und Stress. Das Fettsäuremuster von Walnussöl wirkt entzündungshemmend und desinfizierend. B-Vitamine und Vitamin E wirken antioxidativ.

Damit das wertvolle Öl der Walnuss einen gesundheitlichen Vorteil bieten kann, sollte es regelmäßig in den Speiseplan eingebaut werden. Medizinische Studien konnten belegen, dass eine geistige und körperliche Leistungssteigerung, eine Steigerung des Immunsystems und eine Risikoabsenkung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verzeichnen ist. Ob Walnüsse auch gegen Darmkrebs, Schuppenflechte und Rheuma helfen können, wird momentan noch erforscht.

Die Verwendung in der Kosmetik

Walnussöl kann auch in der Kosmetik angewendet werden
Walnussöl kann auch in der Kosmetik angewendet werden

Der hohe Anteil von Linolensäure und die entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung des Öls machen es für die kosmetische Verwendung so wertvoll. Rissige, trockene und geschädigte Haut wird schnell wieder glatt, wenn man sie mit dem Öl einreibt. Man kann es für alle Körperbereiche, auch für Lippen und Haare verwenden. In der Kosmetikbranche kommt es noch nicht sehr häufig zum Einsatz, da das Öl sehr schnell ranzig wird. Sie können aber Ihr Walnussöl aus der Küche für die Hautpflege verwenden, wenn Sie sich etwas Gutes tun möchten. Die enthaltenen Antioxidantien, Säuren und Vitamine wirken sich positiv auf Hautbereiche aus, die entzündet sind.

Akne, Pickel und Mitesser können mit ein wenig Öl betupft werden. Ein weiterer Vorteil des Walnussöls liegt darin, dass sie porenverkleinernd wirkt. Für Massagen ist es ebenfalls bestens geeignet. Dünne und feine Haare werden kräftiger, wenn man regelmäßig kleine Ölmengen in die Haare eingeknetet. Die Haarstruktur wird dabei mit Feuchtigkeit versorgt und die Kopfhaut gepflegt und gesund erhalten.

Holzpflege mit Nussöl

Im Haushalt gibt es Holzbereiche, die immer wieder mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Eine Küchenarbeitsfläche (oder Speisebrettchen) aus Holz sollte man nie mit Holzpflegemitteln behandeln, die für den Verzehr nicht geeignet sind. Pflegen Sie Holzflächen, die mit Speisen in Berührung kommen (oder auch Kinderspielzeug aus Holz), mit dem Öl der Walnuss. Der natürliche Holzfarbton wird dabei unterstützt, das Holz gepflegt und unempfindlich. Die Holzpflege ist einfach und wirkungsvoll – das Öl wird einfach nur eingepinselt. In regelmäßigen Abständen sollte die Prozedur wiederholt werden.

Kalt gepresstes oder raffiniertes Walnussöl

Wie bei allen anderen Ölsorten auch, kann das Öl der Walnuss durch Kaltpressung oder Raffination gewonnen werden. Bei der Kaltpressung wird die Temperatur von 40 Grad Celsius nicht überschritten. So kann gewährleistet werden, dass alle hochwertigen Bestandteile des Öls erhalten bleiben und der Geschmack besonders aromatisch und ursprünglich ist. Da es schnell ranzig wird, muss zügig verbraucht, kühl und dunkel gelagert werden. Je nach Nusssorte braucht man 2 bis 3 Kilo Kerne, um einen Liter Öl zu erhalten.

Raffiniertes Walnussöl wird unter hoher Hitze, durch Zugabe von organischen Lösungsmitteln, gewonnen. Es ist länger haltbar, geruchs- und geschmacksneutral und beinhaltet weniger wertvolle Inhaltsstoffe.

Walnussöl selber herstellen

Da die Kerne der Walnüsse sehr ölhaltig sind (ca. 65 Prozent Ölanteil), können Sie ein hochwertiges Walnussöl auch sehr einfach selber herstellen. Allerdings lohnt es sich nicht, dafür die Nüsse im Supermarkt zu kaufen. Die Preise für Walnüsse sind recht hoch. Daher sollten Sie nur über die Eigenproduktion nachdenken, wenn Sie selber Walnussbäume im Garten haben. Zu bedenken wäre aber auch, dass der Körper noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe aufnehmen kann, wenn Sie die Walnüsse im Ganzen essen. Im Öl sind keine Ballaststoffe mehr enthalten, die für eine sehr lange Sättigung sorgen und den Blutzucker regulieren.

Die Ölgewinnung

Knacken Sie soviele Nüsse, wie Sie verwenden möchten, und geben die Kerne auf ein sauberes Trockentuch, damit diese etwa 4 Wochen bei Zimmertemperatur trocknen können.

Die getrockneten Kerne werden in einen Küchenmixer püriert, bis ein Brei entsteht (das kann einige Minuten dauern).

Geben Sie den Brei in eine Salatschleuder und schleudern diese so lange, bis die Breimasse möglichst trocken ist und Flüssigkeit abläuft. Diese Flüssigkeit sieben Sie fein ab und geben es in eine Flasche (mit Naturkorken).

Die festen Bestandteile, die im Sieb und der Salatschleuder zurückgeblieben sind, kann man in einem Kuchen oder Keksen verbacken.

Ihr eigenes Walnussöl sollte nun ca. einen Monat an einem ruhigen, etwa 20 Grad warmen, erschütterungsfreien Bereich stehen. Während der einmonatigen Reifezeit darf das frische Öl weder bewegt, noch geschüttelt werden, um zu verhindern, dass sich unerwünschte Bitterstoffe freisetzen. Nach Ablauf der Reifezeit können Sie das Öl verwenden.

Füllen Sie das Öl in dunkle Flaschen ab und lagern es dunkel und kühl, damit es nicht so schnell ranzig wird. Am besten ist aber, Sie nutzen es täglich in der Küche und für die Hautpflege. Dann kann es gar nicht erst ranzig werden … ; )

Bilder©Titel/Africa Studio/Fotolia, Artikel/Ajale/CC0.0

 

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