Zuckerersatzstoffe – welche Vor- und Nachteile haben sie?

Zuckerersatzstoffe - welche Vor- und Nachteile haben sie?
Zuckerersatzstoffe - welche Vor- und Nachteile haben sie?

Zucker hat keinen sonderlich guten Ruf. Ihm wird nachgesagt, dass er ungesund ist, dick macht und Karies fördert. Immer mehr Verbraucher sind daher auf der Suche nach passenden Zuckerersatzstoffen, die zwar süß schmecken, aber nicht viele Kalorien haben (Zucker hat pro 100 g /387 Kalorien) und gesünder als Zucker sind. Die Qual der Wahl ist nicht gerade einfach.

Zuckerersatzstoffe und ihre Eigenschaften

Ahornsirup

Traditionell wird Ahornsirup in Nordamerika verwendet. Allerdings nicht zum Backen, sondern zum Süßen von Pfannkuchen, Gebäck, Desserts, Dips und Saucen. Etwa 35 Prozent beträgt die Kalorienersparnis im Vergleich zum Zucker. Dafür enthält er mehr Mineralstoffe. Der Verbrauch sollte zwar nicht übertrieben hoch sein, trotzdem sollte eine Flasche Ahornsirup nicht allzu lange aufgehoben werden. Er kann schimmeln.
Kaloriengehalt: 100 Gramm – 260 Kalorien

Honig

Honig ist reich an Kalium, Eisen, Calcium, Magnesium, Vitamin B und C. Kalorien können im Gegensatz zum Zucker kaum eingespart werden. Allerdings wirkt er heilend, entzündungshemmend und hat einen besonders guten Geschmack.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 304 Kalorien.

Reissirup

Der leicht nussig schmeckende Reissirup passt besonders gut zu asiatischen Gerichten. Er hat nicht nur eine geringere Süßkraft, er sorgt auch dafür, dass der Blutzucker stabiler bleibt, als bei Honig oder Haushaltszucker. Reissirup eignet sich zum Süßen von Tee, Pudding und Saucen.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 316 Kalorien.

Agavendicksaft

Agavendicksaft ist vitaminreich und hat im Vergleich zum Honig eine 125% ige stärkere Süßkraft. Ansonsten unterscheidet er sich in Puncto Kaloriengehalt kaum vom Honig. Da Agavendicksaft aufgrund seiner hohen Süßkraft sparsamer verwendet werden kann, reduziert sich letztendlich dadurch die Anzahl der Kalorien. Er ist für Desserts, Joghurt, Müslis und Marmeladen bestens geeignet.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 310 Kalorien.

Zuckerrübensirup

Um den Sirup aus der Zuckerrübe herstellen zu können, werden diese gehäckselt und gedämpft. Aufgrund dieser Verarbeitungstechnik enthält der Zuckerrübensirup viel Phosphor, Kalium und Magnesium. Bei einigen traditionellen Brot- und Plätzchenrezepten wird er mitgebacken. Ansonsten eignet er sich als Brotaufstrich oder zum Süßen von Dressings und Joghurt.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 290 Kalorien.

Dicksäfte

Dicksäfte enthalten viel Fruchtzucker, aber auch viele Vitamine. Sie werden in der Regel aus Birnen oder Äpfeln gewonnen. Sie schmecken in Cremespeisen, Kuchen und Shakes, sind aber leider sehr kalorienreich.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 380 Kalorien.

Melasse

Als Melasse wird ein dunkelbrauner Sirup bezeichnet, der bei der Zuckerherstellung anfällt. Er ist reich an Vitaminen, anorganischen Salzen, organischen Säuren und Betain. Etwa 60 Prozent der Melasse ist Zucker. Der braune Sirup kann wie Honig zum Süßen von Desserts, Backwaren, Tee oder Kaffee verwendet werden.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 290 Kalorien.

Gerstenmalz

Gerstenmalz ist eine sehr dickflüssige Flüssigkeit mit einem herben Eigengeschmack. Eigentlich wird es zum Brauen von Bier verwendet, kann aber auch zum Süßen von Gebäck oder Nachspeisen verwendet werden, wenn der würzige Geschmack zum Rezept passt.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 85 Kalorien.

Fruchtzucker

Fruchtzucker hat eine höhere Süßkraft als herkömmlicher Zucker, aber den gleichen Kaloriengehalt. Die enthaltene Fructose verhindert einen allzu schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Aufgrund der erhöhten Süßkraft kann man letztendlich doch einige Kalorien einsparen, da geringere Mengen benötigt werden.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 390 Kalorien.

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker, wird, wie es der Name schon sagt, aus Kokosblüten gewonnen. Der Zuckerersatz süßt und sättigt zugleich und sorgt für einen langsamen Anstieg des Blutzuckerspiegels.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 384 Kalorien.

Trockenfrüchte

Durch die Verwendung von Trockenfrüchten in Gebäck, Kuchen, Müslis, Müsliriegel, Plätzchen und Joghurt kann auf Zucker teilweise oder ganz verzichtet werden. Am beliebtesten sind Aprikosen, Rosinen, Feigen, Pflaumen und Datteln.
Kaloriengehalt: 100 Gramm ca. 359 Kalorien.

Luo Han Guo

Luo Han Guo ist ein Süßungsmittel, das aus Kürbisgewächsen gewonnen wird. Es ist chinesischen Ursprungs. Die Süßkraft ist etwa 60 Mal höher als bei Haushaltszucker. Mit Luo Han Guo kann auch gebacken und gekocht werden.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / ohne Kalorien.

Stevia

Stevia wird aus den Blättern der Steviapflanze gewonnen. Die Süßkraft ist 300 Mal höher als Haushaltszucker. Stevia kann zum Kochen und Backen, aber auch zum Süßen von kalten Zubereitungen verwendet werden.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / keine Kalorien.

Thaumatin

Thaumatin wird aus der Samenkapsel des Katemfe-Strauches (Westafrika) gewonnen. Es handelt sich um einen Eiweißstoff, der 2 – 3 Tausend Mal süßer ist als Haushaltszucker. Der Eiweißstoff wird hauptsächlich für kalte Speisen verwendet, da er an Süßkraft verliert, wenn er erhitzt wird.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 400 Kalorien.

Cyclamat

Cyclamat wird chemisch hergestellt und ist vom Geschmack her vergleichbar mit Haushaltszucker. Der Zuckerersatzstoff kann erhitzt werden, ohne an Süßkraft zu verlieren. Cyclamat hat eine Süßkraft, die 70 Mal stärker ist als Haushaltszucker. Mehr als 7 Gramm pro Tag sollten nicht konsumiert werden. Eine Kombination mit anderen Zuckerersatzstoffen ist möglich.
Kaloriengehalt: 100 Gramm – kaum Kalorien.

Galaktose und Isomaltose

Die Zuckerarten Isomaltose und Galaktose lassen den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen und sind daher auch für Diabetiker gut geeignet. Isomaltose und Galaktose, lassen sich wie Haushaltszucker verarbeiten und werden in Pulverform im Handel angeboten.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 378 (Isomaltose), 399 (Galaktose).

Xylit

Xylit pflegt die Zähne und wirkt gegen Karies. Der als Birkenzucker bekannte Zuckeralkohol wird aus Birkenholz oder Mais gewonnen. Für Hunde ist der Zuckerersatz allerdings giftig, für den Menschen aber nicht. Es kommt maximal zu Durchfallerscheinungen, wenn zu viel davon konsumiert wird.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 400 Kalorien.

Sorbit

Der Zuckerersatz Sorbit wird aus Weizen- oder Maisstärke gewonnen. Mehr als 20 Gramm sollten täglich nicht konsumiert werden (es könnten Verdauungsprobleme auftreten). Sorbit ist für kalte Speisen, aber auch zum Backen und Kochen geeignet. Es handelt sich, wie beim Xylit auch, um einen Zuckeralkohol.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / 240 Kalorien.

Erythrit

Der Zuckerersatzstoff Erythrit wird oft in bei der Lebensmittelproduktion eingesetzt. Er wird durch Fermentation gewonnen und enthält kaum Kalorien. Sein Vorteil besteht darin, dass er kaum Einfluss auf den Insulin- und Blutzuckerspiegel hat. Der Zuckeralkohol Erythrit kann zum Backen verwendet werden.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / kaum Kalorien.

Saccharin

Saccharin ist ein synthetischer Süßstoff, dessen Süßkraft 700 Mal stärker ist als Haushaltszucker. Der Süßstoff ist kälte- und hitzebeständig. Mehr als 5 Milligramm/Körpergewicht in Kilo sollten täglich nicht verzehrt werden.
Kaloriengehalt: 100 Gramm / keine Kalorien.

Noch ein Tipp zu den Zuckerersatzstoffen zum Schluss

Zuckerersatzstoffe sind häufig sehr kostspielig und dennoch nicht so vielseitig verwendbar. Bei vielen Speisen kann der gewohnte Haushaltszucker ersetzt werden, aber nicht überall. Einfacher ist es, dass eigene Süßempfinden langsam aber sicher zu reduzieren. Wer immer und überall konsequent Zucker spart, spart auch Kalorien. Fertigprodukte sind häufig „überzuckert“. Allerdings fällt das geschmacklich nicht besonders auf, da Säuerungsmittel den süßen Geschmack wieder neutralisieren. Es lohnt sich daher wirklich, den Kochlöffel selber in die Hand zu nehmen, und mit Zucker zu sparen.

Bider©Titel/955169/CC0.0

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